| Sechster Titel. Eheliches Güterrecht I. Gesetzliches Güterrecht
§ 1363.
(1) Die Ehegatten leben im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wenn sie nicht durch
Ehevertrag etwas anderes vereinbaren.
(2) Das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau werden nicht gemeinschaftliches
Vermögen der Ehegatten; dies gilt auch für Vermögen, das ein Ehegatte nach der
Eheschließung erwirbt. Der Zugewinn, den die Ehegatten in der Ehe erzielen, wird jedoch
ausgeglichen, wenn die Zugewinngemeinschaft endet.
§ 1364.
Jeder Ehegatte verwaltet sein Vermögen selbständig; er ist jedoch in der Verwaltung
seines Vermögens nach Maßgabe der folgenden Vorschriften beschränkt.
§ 1365.
(1) Ein Ehegatte kann sich nur mit Einwilligung des anderen Ehegatten verpflichten, über
sein Vermögen im ganzen zu verfügen. Hat er sich ohne Zustimmung des anderen Ehegatten
verpflichtet, so kann er die Verpflichtung nur erfüllen, wenn der andere Ehegatte
einwilligt.
(2) Entspricht das Rechtsgeschäft den Grundsätzen einer ordnungsmäßigen Verwaltung, so
kann das Vormundschaftsgericht auf Antrag des Ehegatten die Zustimmung des anderen
Ehegatten ersetzen, wenn dieser sie ohne ausreichenden Grund verweigert oder durch
Krankheit oder Abwesenheit an der Abgabe einer Erklärung verhindert und mit dem Aufschub
Gefahr verbunden ist.
§ 1366.
(1) Ein Vertrag, den ein Ehegatte ohne die erforderliche Einwilligung des anderen
Ehegatten schließt, ist wirksam, wenn dieser ihn genehmigt.
(2) Bis zur Genehmigung kann der Dritte den Vertrag widerrufen. Hat er gewußt, daß der
Mann oder die Frau verheiratet ist, so kann er nur widerrufen, wenn der Mann oder die Frau
wahrheitswidrig behauptet hat, der andere Ehegatte habe eingewilligt; er kann auch in
diesem Falle nicht widerrufen, wenn ihm beim Abschluß des Vertrages bekannt war, daß der
andere Ehegatte nicht eingewilligt hatte.
(3) Fordert der Dritte den Ehegatten auf, die erforderliche Genehmigung des anderen
Ehegatten zu beschaffen, so kann dieser sich nur dem Dritten gegenüber über die
Genehmigung erklären; hat er sich bereits vor der Aufforderung seinem Ehegatten
gegenüber erklärt, so wird die Erklärung unwirksam. Die Genehmigung kann nur innerhalb
von zwei Wochen seit dem Empfang der Aufforderung erklärt werden; wird sie nicht
erklärt, so gilt sie als verweigert. Ersetzt das Vormundschaftsgericht die Genehmigung,
so ist sein Beschluß nur wirksam, wenn der Ehegatte ihn dem Dritten innerhalb der
zweiwöchigen Frist mitteilt; andernfalls gilt die Genehmigung als verweigert.
(4) Wird die Genehmigung verweigert, so ist der Vertrag unwirksam.
§ 1367.
Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das ohne die erforderliche Einwilligung vorgenommen wird,
ist unwirksam.
§ 1368.
Verfügt ein Ehegatte ohne die erforderliche Zustimmung des anderen Ehegatten über sein
Vermögen, so ist auch der andere Ehegatte berechtigt, die sich aus der Unwirksamkeit der
Verfügung ergebenden Rechte gegen den Dritten gerichtlich geltend zu machen.
§ 1369.
(1) Ein Ehegatte kann über ihm gehörende Gegenstände des ehelichen Haushalts nur
verfügen und sich zu einer solchen Verfügung auch nur verpflichten, wenn der andere
Ehegatte einwilligt.
(2) Das Vormundschaftsgericht kann auf Antrag des Ehegatten die Zustimmung des anderen
Ehegatten ersetzen, wenn dieser sie ohne ausreichenden Grund verweigert oder durch
Krankheit oder Abwesenheit verhindert ist, eine Erklärung abzugeben.
(3) Die Vorschriften der §§ 1366 bis 1368 gelten entsprechend.
§ 1370.
Haushaltsgegenstände, die an Stelle von nicht mehr vorhandenen oder wertlos gewordenen
Gegenständen angeschafft werden, werden Eigentum des Ehegatten, dem die nicht mehr
vorhandenen oder wertlos gewordenen Gegenstände gehört haben.
§ 1371.
(1) Wird der Güterstand durch den Tod eines Ehegatten beendet, so wird der Aus-
gleich des Zugewinns dadurch verwirklicht, daß sich der gesetzliche Erbteil des
überlebenden Ehegatten um ein Viertel der Erbschaft erhöht; hierbei ist unerheblich,
ob die Ehegatten im einzelnen Fall einen Zugewinn erzielt haben.
(2) Wird der überlebende Ehegatte nicht Erbe und steht ihm auch kein Vermächtnis
zu, so kann er Ausgleich des Zugewinns nach den Vorschriften der §§ 1373 bis 1383,
1390 verlangen; der Pflichtteil des überlebenden Ehegatten oder eines anderen
Pflichtteilsberechtigten bestimmt sich in diesem Fall nach dem nicht erhöhten gesetz-
lichen Erbteil des Ehegatten.
(3) Schlägt der überlebende Ehegatte die Erbschaft aus, so kann er neben dem Aus-
gleich des Zugewinns den Pflichtteil auch dann verlangen, wenn dieser ihm nach den
erbrechtlichen Bestimmungen nicht zustünde; dies gilt nicht, wenn er durch Vertrag
mit seinem Ehegatten auf sein gesetzliches Erbrecht oder sein Pflichtteilsrecht ver-
zichtet hat.
(4) Sind erbberechtigte Abkömmlinge des verstorbenen Ehegatten, welche nicht aus
der durch den Tod dieses Ehegatten aufgelösten Ehe stammen, vorhanden, so ist der
überlebende Ehegatte verpflichtet, diesen Abkömmlingen, wenn und soweit sie des-
sen bedürfen, die Mittel zu einer angemessenen Ausbildung aus dem nach Absatz 1
zusätzlich gewährten Viertel zu gewähren.
§ 1372.
Wird der Güterstand auf andere Weise als durch den Tod eines Ehegatten beendet, so wird
der Zugewinn nach den Vorschriften der §§ 1373 bis 1390 ausgeglichen.
§ 1373.
Zugewinn ist der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen
übersteigt.
§ 1374.
(1) Anfangsvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der
Verbindlichkeiten beim Eintritt des Güterstandes gehört; die Verbindlichkeiten können
nur bis zur Höhe des Vermögens abgezogen werden.
(2) Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstandes von Todes wegen oder mit
Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt, wird
nach Abzug der Verbindlichkeiten dem Anfangsvermögen hinzugerechnet, soweit es nicht den
Umständen nach zu den Einkünften zu rechnen ist.
§ 1375.
(1) Endvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten
bei der Beendigung des Güterstandes gehört. Die Verbindlichkeiten werden, wenn Dritte
gemäß § 1390 in Anspruch genommen werden können, auch insoweit abgezogen, als sie die
Höhe des Vermögens übersteigen.
(2) Dem Endvermögen eines Ehegatten wird der Betrag hinzugerechnet, um den dieses
Vermögen dadurch vermindert ist, daß ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstandes
1. unentgeltliche Zuwendungen gemacht hat, durch die er nicht einer sittlichen Pflicht
oder einer auf den Anstand zu nehmenden Rücksicht entsprochen hat,
2. Vermögen verschwendet hat oder
3. Handlungen in der Absicht vorgenommen hat, den anderen Ehegatten zu benachteiligen.
(3) Der Betrag der Vermögensminderung wird dem Endvermögen nicht hinzugerechnet, wenn
sie mindestens zehn Jahre vor Beendigung des Güterstandes eingetreten ist oder wenn der
andere Ehegatte mit der unentgeltlichen Zuwendung oder der Verschwendung einverstanden
gewesen ist.
§ 1376.
(1) Der Berechnung des Anfangsvermögens wird der Wert zugrunde gelegt, den das beim
Eintritt des Güterstandes vorhandene Vermögen in diesem Zeitpunkt, das dem
Anfangsvermögen hinzuzurechnende Vermögen im Zeitpunkt des Erwerbes hatte.
(2) Der Berechnung des Endvermögens wird der Wert zugrunde gelegt, den das bei Beendigung
des Güterstandes vorhandene Vermögen in diesem Zeitpunkt, eine dem Endvermögen
hinzuzurechnende Vermögensminderung in dem Zeitpunkt hatte, in dem sie eingetreten ist.
(3) Die vorstehenden Vorschriften gelten entsprechend für die Bewertung von
Verbindlichkeiten.
(4) Ein land- oder forstwirtschaftlicher Betrieb, der bei der Berechnung des
Anfangsvermögens und des Endvermögens zu berücksichtigen ist, ist mit dem Ertragswert
anzusetzen, wenn der Eigentümer nach § 1378 Abs. 1 in Anspruch genommen wird und eine
Weiterführung oder Wiederaufnahme des Betriebes durch den Eigentümer oder einen
Abkömmling erwartet werden kann; die Vorschrift des § 2049 Abs. 2 ist anzuwenden.
§ 1377.
(1) Haben die Ehegatten den Bestand und den Wert des einem Ehegatten gehörenden
Anfangsvermögens und der diesem Vermögen hinzuzurechnenden Gegenstände gemeinsam in
einem Verzeichnis festgestellt, so wird im Verhältnis der Ehegatten zueinander vermutet,
daß das Verzeichnis richtig ist.
(2) Jeder Ehegatte kann verlangen, daß der andere Ehegatte bei der Aufnahme des
Verzeichnisses mitwirkt. Auf die Aufnahme des Verzeichnisses sind die für den Nießbrauch
geltenden Vorschriften des § 1035 anzuwenden. Jeder Ehegatte kann den Wert der
Vermögensgegenstände und der Verbindlichkeiten auf seine Kosten durch Sachverständige
feststellen lassen.
(3) Soweit kein Verzeichnis aufgenommen ist, wird vermutet, daß das Endvermögen eines
Ehegatten seinen Zugewinn darstellt.
§ 1378.
(1) Übersteigt der Zugewinn des einen Ehegatten den Zugewinn des anderen, so steht die
Hälfte des Überschusses dem anderen Ehegatten als Ausgleichsforderung zu.
(2) Die Höhe der Ausgleichsforderung wird durch den Wert des Vermögens begrenzt, das
nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Beendigung des Güterstandes vorhanden ist.
(3) Die Ausgleichsforderung entsteht mit der Beendigung des Güterstandes und ist von
diesem Zeitpunkt an vererblich und übertragbar. Eine Vereinbarung, die die Ehegatten
während eines Verfahrens, das auf die Auflösung der Ehe gerichtet ist, für den Fall der
Auflösung der Ehe über den Ausgleich des Zugewinns treffen, bedarf der notariellen
Beurkundung; § 127a findet auch auf eine Vereinbarung Anwendung, die in einem Verfahren
in Ehesachen vor dem Prozeßgericht protokolliert wird. Im übrigen kann sich kein
Ehegatte vor der Beendigung des Güterstandes verpflichten, über die Ausgleichsforderung
zu verfügen.
(4) Die Ausgleichsforderung verjährt in drei Jahren; die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt,
in dem der Ehegatte erfährt, daß der Güterstand beendet ist. Die Forderung verjährt
jedoch spätestens dreißig Jahre nach der Beendigung des Güterstandes. Endet der
Güterstand durch den Tod eines Ehegatten, so sind im übrigen die Vorschriften
anzuwenden, die für die Verjährung eines Pflichtteilsanspruchs gelten.
§ 1379.
(1) Nach der Beendigung des Güterstandes ist jeder Ehegatte verpflichtet, dem ande-
ren Ehegatten über den Bestand seines Endvermögens Auskunft zu erteilen. Jeder
Ehegatte kann verlangen, daß er bei der Aufnahme des ihm nach § 260 vorzulegen-
den Verzeichnisses zugezogen und daß der Wert der Vermögensgegenstände und
der Verbindlichkeiten ermittelt wird. Er kann auch verlangen, daß das Verzeichnis auf
seine Kosten durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten
oder Notar aufgenommen wird.
(2) Hat ein Ehegatte die Scheidung oder die Aufhebung der Ehe beantragt, gilt Ab-
satz 1 entsprechend.
§ 1380.
(1) Auf die Ausgleichsforderung eines Ehegatten wird angerechnet, was ihm von dem anderen
Ehegatten durch Rechtsgeschäft unter Lebenden mit der Bestimmung zugewendet ist, daß es
auf die Ausgleichsforderung angerechnet werden soll. Im Zweifel ist anzunehmen, daß
Zuwendungen angerechnet werden sollen, wenn ihr Wert den Wert von Gelegenheitsgeschenken
übersteigt, die nach den Lebensverhältnissen der Ehegatten üblich sind.
(2) Der Wert der Zuwendung wird bei der Berechnung der Ausgleichsforderung dem Zugewinn
des Ehegatten hinzugerechnet, der die Zuwendung gemacht hat. Der Wert bestimmt sich nach
dem Zeitpunkt der Zuwendung.
§ 1381.
(1) Der Schuldner kann die Erfüllung der Ausgleichsforderung verweigern, soweit der
Ausgleich des Zugewinns nach den Umständen des Falles grob unbillig wäre.
(2) Grobe Unbilligkeit kann insbesondere dann vorliegen, wenn der Ehegatte, der den
geringeren Zugewinn erzielt hat, längere Zeit hindurch die wirtschaftlichen
Verpflichtungen, die sich aus dem ehelichen Verhältnis ergeben, schuldhaft nicht erfüllt
hat.
§ 1382.
(1) Das Familiengericht stundet auf Antrag eine Ausgleichsforderung, soweit sie vom
Schuldner nicht bestritten wird, wenn die sofortige Zahlung auch unter Berücksichtigung
der Interessen des Gläubigers zur Unzeit erfolgen würde. Die sofortige Zahlung würde
auch dann zur Unzeit erfolgen, wenn sie die Wohnverhältnisse oder sonstigen
Lebensverhältnisse gemeinschaftlicher Kinder nachhaltig verschlechtern würde.
(2) Eine gestundete Forderung hat der Schuldner zu verzinsen.
(3) Das Familiengericht kann auf Antrag anordnen, daß der Schuldner für eine gestundete
Forderung Sicherheit zu leisten hat.
(4) Über Höhe und Fälligkeit der Zinsen und über Art und Umfang der
Sicherheitsleistung entscheidet das Familiengericht nach billigem Ermessen.
(5) Soweit über die Ausgleichsforderung ein Rechtsstreit anhängig wird, kann der
Schuldner einen Antrag auf Stundung nur in diesem Verfahren stellen.
(6) Das Familiengericht kann eine rechtskräftige Entscheidung auf Antrag aufheben oder
ändern, wenn sich die Verhältnisse nach der Entscheidung wesentlich geändert haben.
§ 1383.
(1) Das Familiengericht kann auf Antrag des Gläubigers anordnen, daß der Schuldner
bestimmte Gegenstände seines Vermögens dem Gläubiger unter Anrechnung auf die
Ausgleichsforderung zu übertragen hat, wenn dies erforderlich ist, um eine grobe
Unbilligkeit für den Gläubiger zu vermeiden, und wenn dies dem Schuldner zugemutet
werden kann; in der Entscheidung ist der Betrag festzusetzen, der auf die
Ausgleichsforderung angerechnet wird.
(2) Der Gläubiger muß die Gegenstände, deren Übertragung er begehrt, in dem Antrage
bezeichnen.
(3) § 1382 Abs. 5 gilt entsprechend.
§ 1384.
Wird die Ehe geschieden, so tritt für die Berechnung des Zugewinns an die Stelle der
Beendigung des Güterstandes der Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags.
§ 1385.
Leben die Ehegatten seit mindestens drei Jahren getrennt, so kann jeder von ihnen auf
vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns klagen.
§ 1386.
(1) Ein Ehegatte kann auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns klagen, wenn der andere
Ehegatte längere Zeit hindurch die wirtschaftlichen Verpflichtungen, die sich aus dem
ehelichen Verhältnis ergeben, schuldhaft nicht erfüllt hat und anzunehmen ist, daß er
sie auch in Zukunft nicht erfüllen wird.
(2) Ein Ehegatte kann auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns klagen, wenn der andere
Ehegatte
1. ein Rechtsgeschäft der in § 1365 bezeichneten Art ohne die erforderliche Zustimmung
vorgenommen hat oder
2. sein Vermögen durch eine der in § 1375 bezeichneten Handlungen vermindert hat
und eine erhebliche Gefährdung der künftigen Ausgleichsforderung zu besorgen ist.
(3) Ein Ehegatte kann auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns klagen, wenn der andere
Ehegatte sich ohne ausreichenden Grund beharrlich weigert, ihn über den Bestand seines
Vermögens zu unterrichten.
§ 1387.
Wird auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns erkannt, so tritt für die Berechnung des
Zugewinns an die Stelle der Beendigung des Güterstandes der Zeitpunkt, in dem die Klage
auf vorzeitigen Ausgleich erhoben ist.
§ 1388.
Mit der Rechtskraft des Urteils, durch das auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns erkannt
ist, tritt Gütertrennung ein.
§ 1389.
Ist die Klage auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns erhoben oder der Antrag auf
Scheidung oder Aufhebung der Ehe gestellt, so kann ein Ehegatte Sicherheitsleistung
verlangen, wenn wegen des Verhaltens des anderen Ehegatten zu besorgen ist, daß
seine Rechte auf den künftigen Ausgleich des Zugewinns erheblich gefährdet werden.
§ 1390.
(1) Soweit einem Ehegatten gemäß § 1378 Abs. 2 eine Ausgleichsforderung nicht zu-
steht, weil der andere Ehegatte in der Absicht, ihn zu benachteiligen, unentgeltliche
Zuwendungen an einen Dritten gemacht hat, ist der Dritte verpflichtet, das Erlangte
nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung an
den Ehegatten zum Zwecke der Befriedigung wegen der ausgefallenen Ausgleichs-
forderung herauszugeben. Der Dritte kann die Herausgabe durch Zahlung des fehlen-
den Betrages abwenden.
(2) Das gleiche gilt für andere Rechtshandlungen, wenn die Absicht, den Ehegatten
zu benachteiligen, dem Dritten bekannt war.
(3) Der Anspruch verjährt in drei Jahren nach der Beendigung des Güterstandes. En-
det der Güterstand durch den Tod eines Ehegatten, so wird die Verjährung nicht da-
durch gehemmt, daß der Anspruch erst geltend gemacht werden kann, wenn der
Ehegatte die Erbschaft oder ein Vermächtnis ausgeschlagen hat.
(4) Ist die Klage auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns erhoben oder der Antrag
auf Scheidung oder Aufhebung der Ehe gestellt, so kann ein Ehegatte von dem Drit-
ten Sicherheitsleistung wegen der ihm nach den Absätzen 1 und 2 zustehenden An-
sprüche verlangen.
§§ 1391 - 1407
(aufgehoben)
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